23.01.2012

Rezension "Urschl Untam" in Nürnberger Nachrichten

Am 14.Januar widmeten die 
"Nürnberger Nachrichten"
im Kulturteil einen Artikel dem neuen Roman
aus dem Sperling-Verlag 

"Urschl Untam in Midgard"

von Elisabeth Schwaha.



Hier der Originaltext:

Erfreulich solide und literarisch qualitätsvoll ist das erste Buch aus dem
jüngst gegründeten Nürnberger Sperling-Verlag.
Die aus Wien stammende Autorin Elisabeth Schwaha hat einen ebenso
humorvollen wie besinnlichen Fantasy-Roman geschrieben. Die Hauptfigur
der Handlung ist Urschel Untam, eine resolute, unkonventionelle
und überraschend warmherzige Hexe, eine Freundin spontaner Aktionen
und üppiger Mahlzeiten. Diese derb-volkstümliche Gestalt aus dem
deutschen Märchenwald lebt schon seit langer Zeit als „Migrantin” in der
eher steifen, zeremoniellen Welt der nordischen Mythologie.
Dort herrscht jedoch zunehmend Untergangsstimmung: „Ragnarök”,
das Ende alles Gewordenen, scheint nahe. Aber während die seit jeher im
Schatten der Weltesche Yggdrasil wohnenden Götter, Menschen, Tiere
und Elementargeister schicksalergeben auf den Untergang warten, ist die
Zuwanderin Urschel fest entschlossen, das drohende Unheil aufzuhalten.
Sie macht sich auf die Suche nach einer Macht, die stärker ist als der
Geist der Zerstörung, den der abtrünnige Gott Loki verkörpert.
Nach und nach gewinnt Urschel Mitstreiter für den Kampf zur Bewahrung
der alten Welt. Dass diese (trotz all ihrer offensichtlichen Mängel) liebens-
und erhaltenswert ist, finden jaauch das geschwätzige Eichhörnchen
Ratatwisker, der gescheiterte Zauberlehrling Loddfafnir, der zarte Lichtelf
Eldir und der handfeste Zwerg Guldron.
Der gutmütige Drache Karfunkel, das rebellische Feuer-Mädchen
„Sturmflamme” und das kapriziöse Wasserwesen „Angeyja” gesellen sich
im Lauf des märchenhaften Geschehens ebenso zur Weltenretter-Schar.
Elisabeth Schwaha erweitert das herkömmliche Fantasy-Abenteuer
zur Reflexion über einige „altmodische” menschliche Werte wie Liebe,
Treue und Solidarität. Sie zeigt überdies, dass die auftretenden Sagenfiguren
(ungeachtet ihrer Glaubenswirklichkeit) psychische Realitäten sind:
Projektionen menschlicher Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen. 
Das gilt auch für die von ihr erfundene Hexe Urschel Untam, die am Ende 
des Buches plötzlich ein überraschendes Eigenleben entwickelt.
So kann Schwahas Roman auf mindestens zwei Arten gelesen werden:
als eine spannende, anrührende Geschichte für Kinder und Jugendliche
und als eine für erwachsene Leser  jeden Alters geeignete Parabel über
existenzielle Fragen und Entscheidungen.
Der neue Sperling-Verlag hat ein rundum gelungenes erstes Produkt
vorgelegt. Dass er sich auf diesem Niveau halten kann, ist ihm (und allen
Freunden guter Unterhaltungsliteratur) zu wünschen.

BERND ZACHOW
Elisabeth Schwaha: Urschl Untam in Midgard, 
Sperling-Verlag,
350 Seiten, 13,95 Euro.
aus "Nürnberger Nachrichten" vom 14.01.2012

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